Koi World GmbH - Siebnen
Kangal-Fischzucht und Haltung

Vorwort

Das Züchten von Fischen, die für den Einsatz am Menschen gedacht sind, birgt auch immer ein gewisses Risiko in sich. Diese Fische müssen zu 100% gesund und frei von humanpathogenen Erregern sein um die Sicherheit für den Menschen, ähnlich wie bei der Zucht von medizinischen Blutegeln, auf ein vertretbares Minimum zu reduzieren.

Regelmässige Kontrollen durch einen Fisch-Tierarztes geben die Sicherheit, dass die Zuchtanlage hygienisch einwandfrei betrieben wird und dass die Fische gesund, und ohne bakterielle Belastung sind.

Die Zucht
Kangal-Fische werden auf möglichst natürliche Weise gehalten, gefüttert und aufgezogen.
Die Muttertiere werden in Gruppen zu acht Tieren in grossen 250l. Becken in naturnaher Ausstattung gehalten. Das heisst wir simulieren die natürliche Umgebung, in der die Kangal-Fische normalerweise vorkommen. Diese Umgebung ist in der Region Kangal in der Türkei zu finden. Die Saugbarben leben dort in Thermalflüssen- und Gewässern bei Temperaturen von 28-32° Celsius. Diese Gewässer sind sehr nährstoffarm. Es gibt kaum Pflanzen und andere Fische, da die Temperaturen zu hoch sind. Die Menschen in dieser Region nutzen die warmen Thermalgewässer seit Jahrhunderten zum Baden und zum Kurieren rheumatischer und anderer Beschwerden. Die Fische haben sich im Laufe der Zeit an die Anwesenheit der Menschen gewöhnt und haben die menschliche Haut und die Hautschuppen als reiche Proteinquelle entdeckt und sich darauf spezialisiert, diese zu nutzen. Die Menschen haben die heilende und wohltuende Kombination von Knabberfischen und den angenehmen Temperaturen zu Nutze gemacht und geniessen diese geniale Kombination bis heute.

Die Aufzucht

Die Garras leben wie schon oben beschrieben in kleinen Zuchtgruppen zusammen und paaren sich auf natürliche Art und Weise. Die Eiablage erfolgt wie in der Natur auch auf natürlicher Kieselsteinoberfläche wo sie gleichzeitig von den Männchen befruchtet werden und dabei zwischen den Steinen absinken. Mit etwas Übung und Geduld werden die Eier dem Becken entnommen (abgesaugt) und von Futterresten und Fremdpartikeln befreit, um eine eventuelle Verpilzung zu verhindern. In speziellen Aufzuchtbecken können die Eier reifen und die Jungtiere schlüpfen. Zunächst ernähren sich die Jungtiere noch von Ihrem Dottersack. In dieser Zeit sind die Fische noch sehr empfindlich und in der Natur überlebt oft nur ein Bruchteil. Im Aquarium werden die Fische mit eiweissreichem Staubfutter ernährt. Erst nach einiger Zeit erhalten sie erstmals Lebendfutter. Dieses Lebendfutter besteht in der Regel aus frisch geschlüpften Artemia, sogenannten Salinenkrebsen, die mit dem Auge nur schwer zu erkennen sind.

Die Haltung

Nachdem die Jungfische die ersten Wochen in den Aufzuchtbecken verbracht haben, werden sie schonend der Grösse nach getrennt und in grössere Becken umgesetzt. Die Tiere sind Allesfresser und wachsen unterschiedlich schnell. Damit sie in Ruhe und vor Angriffen der “grossen Geschwister” aufwachsen können, ist eine Trennung nach Grössen sehr wichtig. Garra Rufa sollten  bei 28° Celsius ohne Pflanzen in speziell aufbereitetem Wasser (Entkalkt und durch Umkehrosmose) gehalten werden. Eine Behandlung mit UV-Licht erhöht die Wasserqualität.
Die Fische sind grundsätzlich einfach zu halten und vertragen auch grössere Schwankungen bei Temperatur, Härtegrad und Mineraliengehalt.
Kupfer vertragen sie allerdings nicht und deshalb ist auf den Einsatz von Chemikalien auf Kupferbasis, z.B. gegen Algen, unbedingt zu verzichten. Algen haben bei den Garra Rufa, sobald sie einen Zentimeter gross sind, sowieso keine Chance. Sie gelten als die besten Algenfresser und befreien auch Ihr Aquarium dauerhaft von ihnen.

Daten und Fakten

Der Garra Rufa gehört zur Familie der Karpfenfische (Cyprinoformes), er wird bis zu 12cm gross und kann in der Gefangenschaft durchaus 6-8 Jahre alt werden. Die Kangalfische sind Schwarmfische und sollten auf keinen Fall einzeln gehalten werden. Einzelne Fische werden schnell krank und apathisch und sterben oft sehr schnell. Sie lieben eine leichte Strömung, Ausströmer im Becken sind daher sinnvoll. Sie haben keine besonderen Ansprüche an Lichtverhältnisse. Das Futter sollte abwechslungsreich und gut dosiert sein, denn sie kennen kein Sättigungsgefühl. Werden sie für die Hautbehandlung eingesetzt, benötigen sie nur am Abend etwas Trockenfutter. Dieses kann bei Koi World erworben werden und enthält die wichtigsten Mineralien, Fette und Vitamine für ein langes Leben. Allerdings sind sie aufgrund ihrer Herkunft nur bedingt gute Fettverwerter und deshalb sollte auf fettreiches Lebendfutter verzichtet werden. Und immer nur so viel, wie sie in wenigen Minuten fressen. Steine ohne sichtbare Einschlüsse sind ein guter Bodengrund. Algen die darauf wachsen werden regelmässig abgeweidet. Dies betrifft auch die Aquarienscheiben. Eine mechanische Reinigung der Aquarium Scheiben durch den Menschen ist so gut wie nie notwendig. Pflanzen werden genauso vom übermässigen Algenbewuchs befreit. Die Filter sollten nach den allgemeinen Regeln erst dann gereinigt werden, wenn die Durchflussmenge stark abgenommen hat. Wenn Sie genaueres zur Reinigung der Filter wissen wollen, helfen wir Ihnen gerne.

Die Haltung Zuhause

Sollten Sie Neuling in der Aquaristik sein, bitten wir sie dringend nicht einfach in das nächste Zoofachgeschäft oder Kaufhaus zu gehen und eine Ausstattung und Fische zu kaufen. Die Haltung von Garra Rufa ist zwar relativ einfach, doch kann gerade der Neuling bei schlechter Beratung und wenig Vorwissen vieles falsch machen, zu viel Geld für unnütze Ausstattung und allerlei im Handel verfügbare Chemikalien und Wasseraufbereiter ausgeben.


Man kann nicht einfach Wasser in das Becken füllen, Filter und Belüftung anschliessen und die Fische einsetzen. Ein Aquarium muss einlaufen und die Ausstattung muss den jeweiligen Gegebenheiten wie Wasserqualität, Standort, Vorwissen und Besatz angepasst werden

Kauf und Ausstattung
Kaufen sie keine Fische aus unbekannten Quellen oder von privaten Anbietern im Internet oder auf sogenannten Fischbörsen. Die Qualität ist oft fraglich und nicht selten schleppen Sie sich Krankheiten in Ihre Aquarien ein.


Grundsätzlich kostet die Erstausstattung Geld, vor allem aber Zeit. Vor der Einrichtung und dem Kauf von Fischen und Zubehör sollten Sie sich einige Fragen stellen. Wenn Sie alle Fragen zufriedenstellend beantwortet haben, können Sie loslegen.

Die wichtigsten Fragen vor dem Kauf

1.    Habe ich genügend Zeit für die Pflege?
2.    Besitze ich genügend Vorwissen für Haltung, Technik und den Besatz?
3.    Ist der Standort des Aquariums geeignet?
4.    Ist die Grösse des Aquariums für die Fische geeignet?
5.    Sind die Fische für mich (als Anfänger) geeignet?
6.    Wie gross muss das Aquarium für die geplante Anzahl von Fischen sein?
7.    Vertragen sich die Fische mit den schon vorhandenen?
8.    Wie muss das Aquarium für die Fische ausgestattet werden?
9.    Besitzt mein Leitungswasser die nötige Qualität?
10.  Gibt es jemand der die Fische betreut wenn ich nicht da bin?
11.  Wo bekomme ich im Notfall fachliche Hilfe?
12.  Bin ich mir der laufenden Kosten bewusst?
13.  Welche Pflanzen und Dekorationen sind geeignet?
14.  Wie viel und welche Beleuchtung braucht mein Aquarium?
15.  Welche Temperatur brauchen meine Fische und Pflanzen?
16.  Welcher Bodengrund ist sinnvoll und notwendig?
17.  Wie müssen Filter und Heizung dimensioniert sein?
18.  Wie werden der Filter und das Becken gereinigt?
19.  Wie kann ich die richtige Wasserqualität herstellen?
20.  Wie kann ich die Qualität des Wassers prüfen?
21.  Dürfen die Fische sofort nach Aufstellung des Beckens eingesetzt werden?
22.  Wie erkenne ich Krankheiten und Haltungsfehler rechtzeitig?

Sie sehen schon, das Aufstellen eines Aquariums benötigt eine gewisse Vorbereitung. Wenn Sie sich die Zeit dafür nehmen, benötigt die Pflege danach nur noch wenig Zeit und Sie werden viel Freude an dieser Investition haben. Damit Sie einige der oben genannten Fragen beantworten können, haben wir einen Fragenkatalog mit dazugehörigen Antworten für Sie erstellt:

Fragen und Antworten

o    Wie gross muss ein Aquarium mindestens sein?
Die Grösse eines Aquariums hängt von der Art der Fische, der Besatzdichte, der Tragkraft des Bodens, dem Zweck und letztlich auch dem Geldbeutel ab. Grundsätzlich aber sollte ein Aquarium mindestens 60l. fassen, genauere Angaben zur benötigten Wassermenge kann Ihnen der Händler oder der Züchter machen. Auch Vereine und Verbände geben i.d.R. gute Tipps.


o    Welche Technik benötige ich?

Für Garra Rufa benötigen Sie richtig dimensionierte Filter und Heizungen, Ausströmer und Beleuchtung. Eine fachliche Beratung unbedingt notwendig.

Was kostet ein Anfängeraquarium mit 60l. Süsswasser?

Man bekommt Startersets im Handel schon für unter CHF 200.00. Aber auch hier gilt: Beratung ist alles. Und hängt im Wesentlichen vom geplanten Besatz ab. Selbst die besten Startersets können für bestimmte Standorte, und Besatzdichte ungeeignet sein.

o    Was heisst richtig dimensioniert?

Zu gross dimensionierte Heizungen leiden unter den ständigen Schaltintervallen und gehen eher kaputt. Die Grösse der Filter muss an die Wassermenge angepasst sein. Sonst entstehen unnötige Kosten oder das Wasser wird nicht mehr richtig gereinigt und das Wasser kann umkippen und die Fische werden sterben.

o    Kann ich die Fische direkt nach der Einrichtung des Beckens einsetzen?

Auf keinen Fall. Ein neues Aquarium muss “einlaufen”. D.h. zunächst richten Sie das Aquarium mit Technik, Bodengrund, Heizung und Beleuchtung ein. Dann prüfen Sie die Qualität Ihres Leitungswassers und bereiten es ggf. mit Osmose Wasser u.ä. auf. Dann impfen Sie ggf. die Filter mit Filterbakterien. Diese Filterbakterien erhalten Sie im Handel oder bei uns z.B. unter dem Namen “Filterstart” etc.. Dann muss das Becken mindestens 2-4 Wochen bei laufendem Filter und eingeschalteter Heizung “einlaufen”, bevor Fische eingesetzt werden können.

Tun Sie das nicht, und setzen die Fische ohne diese Vorbereitung in das Wasser, riskieren Sie den Verlust der Fische. Grund dafür ist das durch die Ausscheidungen und Futterreste entstehende Ammonium und später Nitrit. Nitrit ist schon ab 0.5mg/l für Fische tödlich. Dieses wird von im eingelaufenen Becken von Bakterien in Nitrat umgewandelt, welches wiederum für Fische nicht tödlich ist und von Pflanzen als “Dünger” aufgenommen wird. Zu hohe Konzentrationen sind aber wieder schädlich für die Fische. Daher muss mit einem regelmässigen Teil-Wasserwechsel die Nitratkonzentration laufend verdünnt werden. Anfangs muss der Nitrit Wert ständig überwacht werden. Er sollte niemals 0,1mg/l überschreiten. Tut er das doch (was anfangs relativ normal ist), muss jeden Tag ein 30%iger Wasserwechsel vorgenommen werden, bis der Wert unter 0,1mg/l gesunken ist. Sind genügend Filterbakterien vorhanden, stabilisiert sich der Wert langfristig und “pendelt” sich ein. Trotzdem ist danach ein monatlicher 30%iger Wasserwechsel erforderlich.

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Info

Besuche ausserhalb der Laden Öffnungszeiten gegen Voranmeldung jederzeit möglich.
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