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Im Gegensatz zur landläufigen Meinung lag die Heimat der Koi ursprünglich keineswegs in Japan. Ihre Vorfahren stammen aus dem Schwarzen Meer, dem Kaspischen Meer, dem Ochotskischen Meer, dem Aralsee und aus China, wo man die ersten schriftlichen Berichte über diese Fische gefunden hat.

Zur Feier seiner Geburt soll König Shoko von Ro dem ersten Sohn des grossen chinesischen Philosophs Konfuzius (ca. 551-479 v. Chr.) einen Koi geschenkt haben. Konfuzius benannte seinen Sohn nach diesem Geschenk, denn der Fisch galt als Symbol von Stärke; es hiess von ihm, er sei der einzige Fisch, der die Wasserfälle des Gelben Flusses hinaufschwimmen könne.

Um 533 v. Chr. informierte ein chinesisches Buch mit dem Titel "Yogyokyo" die Leser über verschiedene Methoden zur Züchtung von Koi. Zu dieser Zeit gab es nur graue oder rote Farbvarianten. Da Koi damals jedoch nur zu Nahrungszwecken gehalten wurden, spielten diese Abweichungen im Sinne einer Zierfischzüchtung noch keine Rolle.

Im Zuge chinesischer Eroberungszüge gelangten Koi nach Japan und die erste schriftliche Erwähnung von Zierkarpfen, die offensichtlich im Hof des Kaisers gehalten wurden, findet sich im Jahre 200 n. Chr. Dann klafft eine breite Lücke und die Geschichte findet erst im 17. Jahrhundert ihren Fortgang.

Damals setzten Reisfarmer aus Yamakoshigo (einer Stadt in der Präfektur Niigata an der Nordwestküste der japanischen Hauptinsel) Karpfen in ihren Bewässerungsteichen aus, um ihre Ernährungsgrundlage zu verbessern. Der Bezirk liegt hoch in den Bergen, wo Schneefälle von drei Metern Höhe den Zugang während der Wintermonate erschweren, wenn nicht unmöglich machen. Ein so isolierter Standort zwang die Bewohner von Yamakoshi, sich von den Ressourcen zu ernähren, die ihnen zur Verfügung standen. Die Mühen und Anstrengungen, die diese Reisbauern der Zucht von Karpfen widmeten, führten dazu, dass der Bezirk Niigata zum Zentrum wachsender Koi-Zucht wurde.

Farb-Mutationen fielen den Züchtern zum ersten Mal zwischen 1804 und 1830 auf. Dabei handelte es sich hauptsächlich um rote, weisse und hellgelbe Koi (aus letzteren entwickelten sich die ersten einfarbigen Kawarimono). Alle Koi sind mutierte Abkömmlinge des gewöhnlichen schwarzen Karpfens "Cyprinus carpio", der in Japan "Magoi" heisst und der Ahnherr aller Zuchtkarpfen ist.

Um 1830-50 führten Kreuzungen von roten und weissen Karpfen zum ersten Kohaku. Frühe Koi-Zuchtformen, wie Asagi, Higoi und Bekko, wurden untereinander weiter gekreuzt, so dass bereits in den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts viele der heute bekannten Varietäten vorlagen. Einige Zuchtformen erreichten innerhalb mehrerer Generationen hohe Qualitätsstandards und auf diese Weise bürgerten sich Abstammungslinien ein.

Asagi und Ki Utsuri entstanden zum ersten Mal um 1875. Diese Zuchtformen wurden hoch geschätzt und wechselten ihren Besitzer nur für sehr grosse Summen. Das führte zeitweilig zu einem Verbot des Koi-Handels, denn die lokalen Behörden fürchteten, dass sich die Karpfenzucht zu einem Spekulationsgeschäft entwickeln könnte. Doch da die örtliche Dorfbevölkerung keine andere Möglichkeit besass, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, dauerte der Bann glücklicherweise nicht lange.

Unterdessen entstand im späten 18. Jahrhundert in Zentraleuropa eine Mutation, die einen entscheidenden Einfluss auf das Koi-"Design" ausüben sollte. Diese genetische Abweichung betraf die Schuppen und führte entweder zu schuppenlosen, sogenannten "Lederkarpfen" oder zu "Spiegelkarpfen" mit grossen, glänzenden Schuppen längs der Rückenlinie. Diese Fische, die wegen ihres Deutsch-Österreichischen Ursprungs unter dem Namen "Doitsu" (gesprochen "Doits") bekannt wurden, waren ursprünglich für die Tafel gezüchtet worden, da sie leichter zu säubern waren als voll beschuppte Tiere. Einige Doitsu-Karpfen gelangten 1904 nach Japan und aus diesen wurden 1910 die ersten Shusui (oder Doitsu Asagi) gezüchtet.

Die Zucht von Zierkarpfen beschränkte sich bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts auf die Niigata-Region. Erst 1914 sandte man 27 Koi zur grossen Ausstellung nach Tokio, um die ökonomischen Verhältnisse der armen Bevölkerung der Niigata-Region zu verbessern. Diese Koi gewannen einen zweiten Preis bei der Ausstellung. Dieses Ereignis markiert den Beginn der blühenden Koi-Zucht, wie wir sie heute kennen. Leider führte eine Wirtschaftsflaute nach mehreren guten Jahren, in denen sich die Kohaku- und die Sanke-Zuchtlinien stabilisierten, um 1920 zu einem Niedergang der Koi-Zucht.

Während des zweiten Weltkrieges etablierten sich trotz eines weiteren Rückschlages - diesmal aufgrund von Futtermangel! - mehrere neue Zuchtformen erfolgreich, darunter Shior Bekko und Showa. Die Koi-Zucht gedieh weiter in Niigata, und ihr Umfang nahm zu, als die Region durch den Bau von Bahnlinien und Strassen verkehrsmässig besser erschlossen wurde.

In gewisser Weise war der Boom in der Koi-Zucht, der sich nach Ende des zweiten Weltkrieges entwickelte, ein Resultat der kommerziellen Entwicklung der Luftfahrt. Dadurch wurde der Transport von Koi weltweit möglich und es entwickelte sich ein grosser internationaler Markt. So wurden Koi 1938 zum ersten Mal via Luftfracht nach San Francisco verschifft, 1947 nach Hawaii, 1949 nach Kanada und 1953 nach Brasilien.

Während der 80er-Jahre erlebte die Haltung von Koi ausserhalb Japans einen starken Aufschwung, und in vielen Ländern werden Koi für den Inlandsmarkt inzwischen "zu Hause" gezüchtet.

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