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Basis

Koi sind Allesfresser; sie werden also mehr oder weniger alles verspeisen, ob Tier oder Pflanze, was auch wir Menschen essen. Wenn sie frisch geschlüpft sind, leben sie hauptsächlich von Daphnien und anderen Krustentieren, und während sie heranwachsen, beginnen sie Wasserinsekten, Muscheln, Schnecken und schliesslich pflanzliche Stoffe zu fressen. Wenn Sie Ihre Nishikigoi zu gesunden und schönen Tieren heranziehen wollen, müssen Sie die Balance der Nährstoffe bei dem, was Ihre Koi fressen, berücksichtigen.
Die Fütterung ist einer der erfreulichsten Aspekte der Aufzucht von Nishikigoi. Das Füttern ist aber nicht nur erfreulich, sondern hängt direkt mit der Gesundheit zusammen und hat immense Auswirkungen auf die Schönheit der Koi, was nun die äusserst wichtige Frage aufwirft, wann und wie oft man füttern soll. Koi sind in milden Gewässern heimisch und fressen für gewöhnlich bei Temperaturen zwischen 7°C und 30°C. Der Temperaturbereich, in dem sowohl ihr Appetit als auch ihr Verdauungssystem am aktivsten sind, liegt bei 20°C bis 24°C. Ausserhalb dieses Bereiches sinkt ihre Verdauungskapazität, weswegen also die Futtermenge reduziert werden muss. Die Frage nach der Futtermenge ist äusserst wichtig für die Gesundheit der Koi. Man hört häufig von Koi, die an Überfütterung gestorben sind; noch nie hat man von einem Koi gehört, der verhungert wäre. Folglich bedarf es bei der Futtermenge sorgfältiger Überlegung und man muss grosse Vorsicht daran setzen, nicht zu viel zu geben.
Während der warmen Jahreszeit sollten die wachsenden Koi bei optimalen Temperaturen täglich ca. 1% ihres Körpergewichtes an Nahrung aufnehmen. Ausgewachsene Exemplare benötigen weniger als 1% Futter pro Tag.

Viele verschiedene Umstände beeinflussen den Appetit der Koi. Wie bereits zuvor erwähnt, ist neben der Temperatur des Wassers die Wasserqualität ein Problem. Koi sind am gefrässigsten, wenn sich viel gelöster Sauerstoff im Wasser befindet, wenige negative Einflüsse vorhanden sind, welche die Wasserqualität verschlechtern, das Teichwasser gut zirkuliert, die Koi agil umherschwimmen und viel Bewegung bekommen und besser einmal zu viel als zu wenig Frischwasser zugeführt wird. Die Koi reagieren also sehr sensibel auf äussere Reize; sie werden unruhig und verweigern das Futter, wenn Sie oft im Wasser keschern. Ein nervöser Koi wird einem sich bewegenden Menschenschatten misstrauen und nicht zum Fressen kommen. Aber einige Arten von Koi, wie z.B. der Ogon, werden zahm genug, um aus der Hand zu fressen. Wenn Sie einen so zahmen Koi in Ihren Teich setzen können, werden die anderen Koi dazu neigen, ihm zu folgen und sich bereitwilliger zur Fütterung versammeln. Welche Umstände auch immer herrschen, es ist wichtig, den Koi eine ruhige Umgebung zu gewähren, in der sie in aller Ruhe fressen können. In einem kleinen Teich gehalten, wo sie nicht genug Bewegung bekommen, und wenn es ihnen dann auch noch erlaubt ist, so viel zu fressen, wie sie wollen, werden die Koi fettleibig und unförmig. Sie müssen sie sorgsam beobachten, während Sie sie füttern. Detaillierte Angleichungen sind wichtig; behalten Sie stets den Zustand der Ausscheidungen im Auge und seien Sie bereit, die Futtermenge herabzusetzen, sobald Sie Anzeichen von Verdauungsstörungen bemerken.

Qualität
Wie wir es später noch behandeln werden, hängt die Fütterung der Nishikigoi sehr stark von der Wassertemperatur ab. Aber die Qualität des dargebotenen Futters ist ebenfalls ein sehr wichtiges Problem. Ist die Wassertemperatur niedrig, so können die Koi das, was sie fressen, schlechter verdauen und sollten deshalb hauptsächlich leichtverdauliche Kohlenhydrate bekommen, wenig Fett und Proteine. Bei steigender Wassertemperatur ist es wichtig, allmählich auf ein Futter umzustellen, das mehr Fett und Proteine enthält. Nun widmen wir uns den einzelnen Nährstoffen.

Proteine

Sie sind ausserordentlich wichtige Substanzen zur Bildung von Körpergewebe, werden durch Verkettung vieler Aminosäuren gebildet und der Nährwert eines Proteins ist unterschiedlich, je nach Kombination der Aminosäuren. Die Aminosäuren, die der Fischkörper nicht selbst synthetisieren kann, sind als essentielle Aminosäuren bekannt, die im Futter bereitgestellt werden müssen. Nicht nur, dass die Koi ohne diese essentiellen Aminosäuren nicht wachsen; sie können ohne sie nicht überleben. Es ist wohlbekannt, dass Proteine als tierische und pflanzliche Proteine vorkommen; ernährungswissenschaftlich gesprochen haben die tierischen Proteine in Form von Fischmehl, Insektenpuppen, Schalentieren, Daphnien, etc. einen viel höheren Nährwert für Koi. Pflanzliche Proteine finden sich in Soja, Erdnüssen, etc.

Fette
Fett ist ein extrem wichtiger Nährstoff zur Energieversorgung des Stoffwechsels. Aber zu viel Fett wird im Körper gelagert und führt zu Fettleibigkeit. Es kann den Koi auch durch Ablagerung an den inneren Organen oder fettbedingte Degeneration schaden. Der Körper wird allerdings im Falle eines Fettmangels zum Ausgleich Proteine abbauen, so dass ein Koi, der sehr viele Proteine erhält, zwar nicht stirbt, aber seine Wachstumsrate stark verlangsamt wird. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie altes Futter verwenden, weil oxidierte Fette schlecht für Ihre Koi sind.

Kohlenhydrate
Dies sind die Stärken und Zucker, welche in physikalische Energie umgesetzt werden. Sie bilden nur einen kleinen Teil des Fischkörpers, aber sie leisten eine äusserst wichtige physiologische Funktion. Wie Fette können auch nicht ausreichende Mengen an Kohlenhydraten durch den Abbau von Proteinen ausgeglichen werden, so dass der Koi zwar nicht an Kohlenhydratmangel stirbt, ein deutlicher Mangel jedoch wegen des Proteinabbaus zu drastischem Verlust von Körpergewicht führen wird.

Mineralien
Sie sind sehr wichtig für den Stoffwechsel und umfassen Calcium, Natrium, Kalium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Mangan und Magnesium. Die Koi nehmen sie mit dem Futter und aus naturbelassenem Wasser auf, aber mit der Zeit mangelt es im Gartenteichwasser, das kontinuierlich gefiltert wird, an Mineralien, weshalb dies durch natürliches Wasser von hoher Qualität oder mit dem Futter ausgeglichen werden muss. In den letzten Jahren sind Wasseraufbereitungsmittel, die diese Mineralien enthalten, auf den Markt gekommen; es ist vielleicht eine gute Idee, sich darüber schlau zu machen und erfahrenere Enthusiasten um Rat zu fragen, bevor Sie diese anwenden.

Vitamine
Diese sind absolut notwendige Katalysatoren für einen gesunden Stoffwechsel. Vitaminmangel kann zu vermindertem Wachstum, Krankheit und zum Tod führen. Die folgenden Arten von Futter werden im Allgemeinen verwendet, um eine gute Balance der oben genannten Nährstoffe zu erzielen.

Fertigfutter
Form: Allgemein betrachtet ist das käufliche Futter, das entwickelt wurde, um für die Koi eine optimale Nährstoffbalance zu gewährleisten, die beste Wahl.
Das Futter wird in verschiedenen Formen entsprechend der Grösse der Fische angeboten. Jungfischfutter und Futter für ausgewachsene Tiere. Pellets (3-5 mm) für Fische bis 15 cm. Ab 15 cm können Pellets 4-6 mm verfüttert werden. Koi ab 30 cm lieben es gross. 8-10 mm Pellets werden liebend gern genommen.
Fischfutter ist als Schwimm- und Sinkfutter erhältlich. In einem Gartenteich, bei dem es ja darum geht, die Fische zu sehen, um ihren Zustand zu kontrollieren und um sich an ihrer Schönheit zu erfreuen, wird gewöhnlich Schwimmfutter verwendet. Beide Futtertypen werden auf einen Wassergehalt von 10 % getrocknet und in Säcke verpackt.

Zusammensetzung
In der Regel enthalten die gängigen Futtersorten in etwa 30-40 % Rohproteine, 5-8 % Rohfette, 3-4 % Rohfaser und 10 % Rohasche.
Die verwendeten Zutaten variieren je nach Anwendung, umfassen aber meist Fischmehl, Schrimp-Mehl, Weizenmehl, Weizenkeime, Knoblauch, Soja, Weizenkleie, Hefe, Reiskleie, Alphamehl, entrahmte Milch, Insektenpuppen und Natriumphosphat, sowie Mineralien, Vitamine, verdauungsunterstützende Substanzen, Salz, Spirulina, Probiotika etc.
Diese Futtersorten sind speziell gemischt, um einen idealen Mix zu bieten; die Zusammensetzung für Futter zur Anwendung bei niedrigen Temperaturen basiert, aufgrund besserer Verdaulichkeit, auf Zucker und wenigen Proteinen oder Fetten, während Futter, das bei hohen Temperaturen und Koi im Wachstum angewendet wird, hoch protein- und fetthaltige Zutaten enthält, wie Insektenpuppen, Schrimps, etc. und sehr nährstoffreich ist.
Es gibt auch Spezialfutter mit Spirulina und Karotin, um die Farbe des Hi (Rot) heraus zu heben und zu verstärken.

Selbstgemacht
Der Veteran unter den Koi-Enthusiasten mischt sein eigenes Futter, indem er sich in seinem umfassenden Bemühen, die volle Schönheit seiner Nishikigoi zum Vorschein zu bringen, verschiedene Rezepte ausdenkt. Er benutzt Fischmehl, um Fischpaste zu machen, mischt es mit allen möglichen anderen Dingen und verfüttert es an seine Koi; das ist eines der wirklichen Vergnügen bei der Aufzucht von Nishikigoi. Aber für einen Anfänger ist es sehr leicht, sich bei der Mischung zu irren und es ist besser nicht zu versuchen, seine eigene Futterpaste zu machen, bis man reichliche Erfahrungen gesammelt hat. Selbstgemachtes Futter, das nicht die richtige Nährstoffbalance hat, wird unaussprechlichen Schaden anrichten und, wie auch immer, nichts Gutes bewirken.
Käufliches Futter ist gegenüber einem unausgewogenen Mix eindeutig die bessere Idee. Wenn Sie vorhaben, Ihre eigene Futterpaste zu machen, dann muss sie den Markenartikeln überlegen sein; anderenfalls macht es ja wenig Sinn, sich die ganze Mühe zu machen.

Gerste
Während einer begrenzten Zeitperiode (wenn die Wassertemperatur niedrig ist, oder wenn Sie gerade nach dem Winter zu füttern beginnen) erfreuen sich die Koi an weich gekochter Gerste, sanft aromatisiert mit Salz oder Sojasauce; das lässt sich sehr leicht verdauen. Das Zusetzen von Vitaminen macht es sogar noch besser.

Brot und Nudeln
Beides ist ebenfalls leicht verdaulich und kann in kleinen Mengen gegeben werden, wenn die Wassertemperatur niedrig ist. Brot im Speziellen kann rund ums Jahr als Schwamm verwendet werden, der Vitamine oder Medizin aufsaugt, die dann an die Koi verfüttert werden können und es erfüllt folglich zwei Zwecke zugleich.
Brotkruste findet so eine nützliche Verwendung.

Insektenpuppen
Puppen gibt es entweder getrocknet oder frisch. Wenige Leute sind in der Lage, an frische Puppen zu gelangen, und sie werden normalerweise nicht in Gartenteichen gefüttert. Sie verschmutzen das Wasser und haben einen äusserst hohen Protein- und Kaloriengehalt. Ausserdem muss die Wassertemperatur über 22°C liegen, damit die Koi sie verdauen können. Wenn Sie es schaffen sollten, an frische Puppen zu kommen, sollten Sie diese nur während des Sommers füttern und dann in sehr geringen Mengen. Bevor Sie damit die Koi füttern, waschen Sie diese gründlich, um oxidierte Fette an der Oberfläche zu entfernen. Oxidierte Fette können Leberfunktionsstörungen hervorrufen und sind auch die Ursache für die Sekoke (Rückenschuppen-Krankheit). Es ist gebräuchlicher, getrocknete Puppen zu füttern. Diese sollten ebenfalls nur gegeben werden, wenn die Wassertemperatur 22°C oder höher ist. Wie frische Puppen sollen auch die getrockneten gewaschen werden, bevor man sie verwendet.

Krill
Zusätzlich zu seinem hohen Proteingehalt enthält Krill (kleine Krebse) auch grosse Mengen von Astaxanthin (ein Diketon des Betakarotinoids), das die Farbe des Hi bei Koi verstärkt.
Aber dieses Futter belastet auch das Wasser und sollte deshalb vor Gebrauch aufgetaut und gewaschen werden. Krill wird nur während der heissen Sommermonate als Zusatz gefüttert, die Grundnahrung ist käufliches Futter.

Lebendfutter
Koi lieben Lebendfutter wie Würmer, Teichschnecken, andere Schnecken und Muscheln, die nahrhaft und leicht verdaulich sind. Es ist eine gute Idee, ihnen dann und wann solche Leckereien zu geben. Aber man sollte die Würmer und Schnecken zuvor für einen Tag in ein leeres Glas setzen, bis ihr Inneres frei von Schlamm ist, anstatt sie direkt nach dem Fangen an die Koi zu verfüttern. Die Koi lieben es auch, Muscheln und Schnecken, die sich im Filterbecken vermehren, zu fressen. Aber weder diese noch anderes Lebendfutter sollte ihre Grundnahrung sein.

Obst und Gemüse
Koi fressen alles: Kohl, chinesische Blätter, Kopfsalat, Wassermelone, Melone, etc. Pflanzenfutter enthält Vitamine und die Pigmente, die benötigt werden, um die Farben der Koi herauszubringen, und versorgt zugleich mit hochwertigen Proteinen, Mineralien und Fasern. Es ist der Verdauung hilfreich und gut zu verfüttern, wenn die Wassertemperatur niedrig ist.
Grünfutter zu Bündeln gebunden und frei auf dem Teich schwimmend erlaubt es den Koi zu fressen, wenn ihnen danach ist, und es wird im Nu verschwunden sein. Dies ist auch ein guter Weg, den Appetit Ihrer Koi zu beobachten.

Reis und Kartoffeln
Klebereis und Kartoffelbrei werden beide häufig verwendet, wegen ihres Nährwertes und als Bindemittel in selbstgemachter Futterpaste, um zu verhindern, dass das Futter im Wasser zerfällt. Beides, Reis und Kartoffeln, sollte vor Gebrauch gut geknetet werden. Wie aus den oben genannten Dingen ersichtlich ist, gibt es viele verschiedene Arten von Futter.
Koi fressen so ziemlich alles, was wir essen würden, und um ihnen eine wohlausgewogene Kost zu bieten, ist es eine gute Idee, ihnen kleine Mengen aller verschiedenen Arten von Futter zu geben, ohne sich zu sehr auf irgendeinen Typus festzulegen. Koi, die in einem Naturteich leben, sind in der Lage, alle Arten natürlichen Futters zu finden und zu fressen, wohingegen Koi, die in einem Gartenteich leben, nur das fressen können, was ihnen gegeben wird. Während einige Einschnitte aus ernährungstechnischer Sicht wohl unvermeidlich sind, kann man vielleicht ohne Übertreibung sagen, dass Orientierung an der Natur, so weit wie möglich, mit einer von den Nährstoffen her ausgewogenen Kost und starker Fütterung während der Wachstumsperiode, wie wir sie im Folgenden besprechen werden, das Geheimnis gesunder, schnell wachsender Koi ist.

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